5/27/2009

Echte Heimatgefühle

Wo ist man zu Hause? Da wo das Herz sich zu Hause fühlt? Da wo es Steak und Bier gibt? Ich denke, man ist da zu Hause, wo man sich im Kreise der Familie oder wahrer Freunde befindet. Das kann auch eine Sitzbank am Bahnhof sein, wo ich gemeinsam mit meinem Bro letzthin am Schnupfen und Saufen war. Und nun zu meinem Rätsel.

Ich stand wie jeden verfickten Arbeitstag am Morgen auf und versuchte mich herzurichten. Dannach ging ich nach draussen auf die Strasse. Wenige Meter später begegnet mir ein junger Mann der in einer Balkansprache mobil telefoniert. Am Bahnhof warte ich auf meinen Zug, während rings um mich Leute in Balkansprachen miteinander sprechen. Im Zug stehe ich. Die plätze sind besetzt. Ich höre einer jungen Frau zu, die lacht und ebenfalls in einer Balkansprache mit ihrer nicht weniger hübschen Kollegin spricht. Ich steige aus dem Zug aus und warte auf den Bus. Niemand der anderen Wartenden spricht, aber wenn sie es tun würden, täten sie es in einer Balkansprache. Der Bus kommt und ich steige ein. Diesmal sitze ich. Der Balkanstammige Busfahrer unterhält sich mit einem Arbeitskollegen während der Fahrt zur Arbeit. Am Ziel angekommen trete ich meine Arbeit an und berate meine Kunden - die ebenfalls balkanische Wurzeln haben.
Und nun zur Millionenfrage: In welchem Land lebe ich? Richtig. In der Schweiz.

Während der eine Leser nun sofort "Rassistensau" schreit und mich zum Scheiterhaufen führen möchte, gibt es wohl auch einige, die ähnliches täglich Erfahren. Und was will ich damit sagen? Ich will damit sagen, dass ein Land nicht aus Erde, Flagge oder Sprache besteht, sondern aus den Menschen, die darin leben und während vielen Jahrhunderten eine lebende Kultur geschaffen haben. 

2 Kommentare:

  1. Und wieder einmal sprichst du mir aus der seele GRAZ! wer kennt das nicht ? immerhin arbeite ich selber in einem wahrscheindlich auch hier dem ein oder anderen bekannten elektronik "Fachmarkt" und wie oft begne ich genau diesen Kunden? aber gut, während meiner arbeit muss ich mir das Wohl gefallen Lassen! da komme ich nicht dran vorbei. nur wie weit muss man es akzeptieren, wenn wie oben beschrieben der gesammte alltag von solchen Situationen geprägt ist? ab welchem moment wird der Imigrant zum Landsmann, und umgekehrt ? auch dies mag sich vielleicht rassistisch anhören. Doch gerade wir schweizer sind weltmeister darin, uns auszugrenzen wegen unserem "Neutralitätswahn"
    Grüsse BI

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  2. Jedesmal wenn ich einen Kebab esse und mir der Türke freundlich einen Guten Appetit wünscht, weiss ich, der Kerl ist mein Landsmann, scheissegal wo er geboren wurde. Rassismus ist Kacke, aber Heimatschutz find ich nichts Falsches.

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