9/20/2009

Das Dönertier

Zeit um ein unappetitliches Thema anzuschneiden. Günstig, würzig, schnell zubereitet und überall in der Schweiz beliebt; Wir kennen ihn alle: Den Döner Kebap. Viele fragten sich bereits in der Vergangenheit, wie die fettige Delikatesse aus dem Orient wohl zubereitet wird und wo ihre Rohstoffe herkommen. Deutsche Privatsender zeigten uns zuweilen Bildern von Herstellungsorten des beliebten Döners. Doch schiesslich fand ich heraus: Alles gelogen! Auch wenn ich mir darüber im klaren bin, dass dem einen oder anderen von euch übel werden könnte, bin ich dennoch verpflichtet, über die Wahrheit zu berichten.

Vor etwa vier Monaten begegnete ich auf einer Reise einem türkischen Geschäftsmann mit dem Namen M. Özdenir. Er möchte gern unerkannt bleiben. Nach dem ich für ihn auf einem Fest Musik gespielt hatte, bot mir Özdenir einen Gefallen an. Er wusste, dass ich gern zu Mittags einen Döner ass und offerierte mir, ihn zu seinen Zuchtställen zu begleiten. Natürlich wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, was mich erwarten würde. Aber meine Neugier war geweckt. Wir fuhren also im Mercedes zu einem Abgelegenen Hof. Ich musste Özdenir versprechen, dass ich niemandem verraten würde, wo sich dieser Hof befindet. Ich durfte auch keine Kamera mitnehmen. Wir kamen schliesslich zum Zuchtbetrieb und Herr Özdemir führte mich in eine fabrikähnliche Halle.

Als erstes bemerkte ich den würzigen Geruch. In der Halle befanden sich der Länge nach an beiden Seiten offene Stallungen mit mehreren Unterständen, wie sie auf einer Schweinefarm üblich sind. Dann sah ich diese unfassbaren Geschöpfe, so grotesk und widerlich in ihrer Erscheinung, dass ich kotzen wollte, aber dazu einfach zu fassungslos erstaunt war. Mindestens 50 von diesen haarlosen, deformierten Tieren wuselten mit ungeschickten Bewegungen über den Bodenbelag, der hauptsächlich aus ihrer eigenen Kacke bestand. Herr Özdenir öffnete eines der Gatter und bat mich herein. Er meinte, dass er mir zeigen wolle, wie man den Döner erntet. Was ich nun beschreibe, ist dermassen widerlich und abstossend, dass der Leser mit schwachem Magen gewarnt sei.

Herr Özdenir packte eines der beinahe einen Meter langen Tieren um den zylindrisch geformten Rumpf und hob es hoch. Das Tier grunzte, schrie und schnatterte - ich wage nicht einmal, mich daran zu erinnern. Özdemir begann es zu schütteln. Noch ehe ich begriff, was ich sah, lösten sich die vier Beine des Viehs und fielen platschend zu boden, wo sie sich noch wurmartig wanden und zuckten. Ein gurgelndes Geräusch erklang, als der Kopf abfiel und eine ockerfarbene Brühe aus dem Rumpf lief. Dann kollabierte die Bestie und eine unfassbare Menge Dung schoss aus seinem Hinterteil. Ich staunte nicht schlecht, als ich sah, dass Herr Özdenir einen fertigen Döner in den Händen hochhielt - den Rumpf des Tieres. Andere Tiere machten sich inzwischen über Beine und Kopf des geernteten Tieres her und assen diese. Sie assen sogar die Exkremente.

Herr Özdenir erklärte mir schliesslich, dass der Döner nur auf diese Arg gewonnen werden könne und diese Tiere in freier Wildbahn nicht mehr vorkommen würden. All die Tiere die ich sah, waren Nachzuchten. Wenn man die Tiere hochhebte und schüttelte, fielen Kopf und Beine ab. Der Rumpf könne unbearbeitet direkt auf den Spiess gesteckt, gebraten und verkauft werden, da das Tier keine Knochen enthalte und die Innereien beim kollabieren abgestossen würden. Schliesslich fuhr mich der nette Dönerbauer nach Hause, wo ich sofort eine Zeichnung des Tieres anfertigte. Ich wünsche allen Dönerfreunden weiterhin einen guten Appetit.