6/20/2009

Über den Schnupf

Ich wurde heute gefragt, als ich mir eine Ladung Mc Chrystals ins Hirn hämmerte, was mir das bringt. Diese zugegeben banale Frage hat meine Fantasie angeregt und meine Erinnerungen aufgefrischt. Um zu erklären, was der Konsum von Schupftabak - auch liebevoll Snuff genannt (nicht mit den Filmen zu verwechseln) bringt, gibt es viele Erklärungen. Fangen wir an, als ich vor zehn Jahren noch ein sehr junger Graz war. Wurde ich damals gefragt, womit man Musik macht, hätte ich wohl mit "Rave Ejay" geantwortet. Zu jener Zeit war ich Teil einer exklusiven Geheimgesellschaft, die sich die Bruderschaft des Wodkabunkers nannte. Die elitären fünf, zu denen ich mich zählen durfte, besassen ein wunderschönes Landhaus, dass wir liebevoll das Hüttchen nannten. Wochenende für Wochenende trafen wir uns um zu saufen, zu kiffen und die "The fifth Element" VHS Kassette zu sehen. Gelegentlich hatten wir auch Gäste, die sich gern dazugesellten, weil wir so verdammt groovy waren. Ein Jungspund, nennen wir ihn spasseshalber Sven, wollte auch dazu gehören. Fuck, wir waren Schnupfer und wir waren gut. Ich denke mal, die wunderschöne Tessiner Ortschaft Isone hatte damit zu tun. Und der Wahnsinn. Mehrheitlich der Wahnsinn. Ich schweife ab.
Um in den Club der Gentleman aufgenommen zu werden, oblegten wir Sven einer teuflischen Prüfung. Er musste eine Line Mc Chrystal schnupfen und zwar eine verdammte Tischlänge davon pro Nasenloch. Gesagt, getan. Wir legten die Linien aus und Sven fiel auf die Knie. Nach 10 Centimetern musste er das erste mal Kotzen. Das nächste mal nach 15 Centimetern. Am ende der ersten Linie hatte der gute Junge fünf Mal gekotzt. Er wollte aufgeben, doch ich machte ihm Mut, nicht etwa, um weiter amüsiert zu werden, sondern aus purer Nächstenliebe. Den zweiten Meter schaffte er ohne Probleme. Nun ward aus dem Jungen ein Mann. Ein Mann, der eine Nikotinscheibe für den ganzen restlichen Tag hatte und gut einschlief.
Und die Moral von der Geschichte? Wenn mich das nächste mal eine Raucherin fragt, was mir der Schnupf bringt, werde ich wohl antworten, dass es in etwa das selbe Erlebnis wie eine Packung Zigaretten ist. Und besser; Ich kann überall schnupfen. Im Zug, in der Wartehalle der UBS Zwangsversteigerung, beim BAG, bei der Lungenliga im Krankenhaus. Ich brauche nicht einmal ein Feuerzeug. Schnupfen ist Rauchen unplugged. Und wer freut sich schon nicht über einen Schmetterling? Selbst wenn dieser braun, schleimig und im Taschentuch klebt. Prost und bis bald.

Da Graz.

6/11/2009

Essen

Was hier aussieht wie frisch gekotzt ist tatsächlich essbar und sogar recht lecker. Da Graz mag es, wenn sein Essen während des kauens noch ums Überleben kämpft. Der Tintenfisch mittig links hat noch gezappelt, als ich ihn geschluckt habe. Probiert es aus. Es ist köstlich.

Was den Tintenfisch betrifft, so könnte es sein, dass ich im Verlauf dieses Blogs entweder auf den Cthulhu Mythos oder Thadäus Tentakel zu sprechen komme.